Karneval und Kirche! Passt das überhaupt zusammen? „Aber ja, unbedingt“, meint Kantor Christian Ortkras. Denn bevor am Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt, darf es noch einmal so richtig bunt, beschwingt und fröhlich werden. Am Freitag, 6. Februar um 18 Uhr lädt er zum ersten Karnevalskonzert unter dem Motto „Der Herrgott wird es uns bestimmt verzeih`n“ in der St. Piuskirche Wiedenbrück ein. Die Orgel spielt Ivo Kanz aus Herford. Der Eintritt ist frei. Der Organist und Ortkras sind seit vielen Jahren befreundet. Der Herforder ist Karnevalist und hat schon oft mit großem Erfolg diese Konzerte in seiner Gemeinde angeboten.
privat
„Der Karneval ist schließlich nicht nur eine weltliche Gaudi, sondern hat seinen Ursprung genau in diesem Übergang: Carne vale- Fleisch, lebe wohl“, erklärt Ortkras. Bevor man sich in die stillere Zeit verabschiedet, wird traditionell noch einmal gefeiert, gelacht und geschunkelt. Und warum nicht auch dort, wo sonst feierlich und besinnlich der Klang der Orgel den Raum erfüllt. Operettenmelodien, Schlager, Walzer, Märsche, alles, was das närrische Herz höherschlagen lässt, erklingen an diesem besonderen Abend auf der Orgel. Ein musikalisches Feuerwerk, das zeigt, dass auch in heiligen Hallen man fröhlich sein darf. Und genau das mache den Reiz aus. Je größer der Kontrast, desto bewusster würden wir später die Fastenzeit erleben, erklärt der Kantor den Hintergrund dieser Idee. „Wenn wir am Aschermittwoch an dieses Konzert zurückdenken, hören wir innerlich vielleicht noch ein Trallala nachklingen und spüren umso stärker den Beginn der stillen Tage`“, meint er. Da in Wiedenbrück und besonders in der Gemeinde St. Pius Menschen mit einer Liebe zum Karneval leben, war für Chrstian Ortkras schnell klar, dass so ein Konzert in der Piuskirche am besten aufgehoben ist. Verkleidung darf sein, muss aber nicht.